Dieser Übersichtsartikel fasst bisherige Forschung zu Botenstoffen im Nervensystem (Neurotransmitter) bei ME/CFS und Long COVID zusammen. Bekannt ist bereits, dass das vegetative Nervensystem aus dem Gleichgewicht gerät: Der Teil, der den Körper aktiviert (Sympathikus), ist überaktiv, während der beruhigende Gegenspieler (Vagusnerv) zu schwach wirkt. Die Autoren zeigen, dass zusätzlich weitere Botenstoff-Systeme gestört sind, etwa Serotonin, GABA (ein beruhigender Botenstoff) und Glutamat (ein aktivierender Botenstoff). Insgesamt scheint bei ME/CFS ein Übergewicht an erregenden gegenüber beruhigenden Signalen im Nervensystem zu bestehen. Das könnte erklären, warum Betroffene oft überreizt, aber gleichzeitig erschöpft sind ('wired but tired'), sowie Schlafprobleme, Denkschwierigkeiten und Sinnesüberempfindlichkeit auftreten. Auch die erhöhte Muskelspannung, Störungen der Zellkraftwerke (Mitochondrien) und die Verschlechterung nach Anstrengung (Post-Exertional Malaise) könnten damit zusammenhängen. Mögliche Ursachen sind Autoimmunreaktionen, Entzündungen im Nervensystem, Veränderungen der Darmbakterien und verschiedene Stressfaktoren. Es handelt sich um eine Zusammenschau bestehender
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