Diese rückblickende Auswertung untersuchte die Krankenakten von 571 Patient*innen mit ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Erschöpfungssyndrom), die zwischen 2018 und 2022 an eine spezialisierte Klinik in Minnesota überwiesen wurden. Ziel war herauszufinden, welche Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel die Betroffenen vor der Spezialbehandlung bereits ausprobiert hatten. Ergebnis: Nur 68,3% hatten mindestens ein Medikament erhalten, das von ME/CFS-Spezialist*innen typischerweise empfohlen wird (z.B. bestimmte Antidepressiva wie SNRI oder Trizyklika, sowie Gabapentin gegen Nervenschmerzen) - meist jedoch nur Mittel gegen Schmerzen oder Angst. Etwas mehr Patient*innen (72,2%) hatten dagegen Nahrungsergänzungsmittel wie Vitamin D, B12 oder Fischöl genutzt. Die Autor*innen schließen daraus, dass viele Hausärzt*innen und andere Behandler*innen mögliche Medikamente für ME/CFS zu selten verschreiben, wodurch Betroffene stattdessen auf Nahrungsergänzungsmittel ausweichen. Die Studie zeigt eine Versorgungslücke auf und betont die Notwendigkeit besserer Fortbildung für Ärzt*innen. Sie ist retrospektiv und beschreibt nur die Praxis, macht aber keine Aussage über die Wirksamkeit
Datenquelle: Diese Zusammenfassung wurde automatisch aus der Originalveröffentlichung erstellt und kann Fehler enthalten. Maßgeblich ist allein die Originalstudie (DOI 10.1370/afm.250266).