In dieser retrospektiven Studie wurden 260 ME/CFS‑Patienten mit posturalem orthostatischem Tachykardie‑Syndrom (POTS) während eines Kipptests untersucht. Dabei wurden Herzfrequenz, Blutdruck, das Herzzeitvolumen (die Menge Blut, die das Herz pro Minute pumpt) und die zerebrale Durchblutung (Blutfluss im Gehirn, gemessen mit Doppler‑Ultraschall) sowie das ausgeatmete CO₂ erfasst. Die Ergebnisse zeigten zwei unterschiedliche Muster: Bei etwa zwei Dritteln der Patienten sank das Herzzeitvolumen beim Aufrichten fast im gleichen Prozentsatz wie die Gehirndurchblutung (nahe 1 : 1‑Verhältnis). Bei etwa einem Drittel war das Herzzeitvolumen nur wenig reduziert, dafür stieg die Herzfrequenz stark an, und es bestand kein Zusammenhang zwischen Herzzeitvolumen‑ und Gehirn‑Durchblutungs‑Abnahme – ein Hinweis auf eine überaktive adrenerge (Stress‑)Reaktion. Patienten mit größerer Herzzeitvolumen‑Reduktion hatten zudem höhere Herzfrequenz‑Zuwächse. Die eigentlichen Werte der Gehirndurchblutung unterschieden sich zwischen den Gruppen nicht. Die Studie legt nahe, dass bei ME/CFS‑Patienten mit POTS unterschiedliche physiologische Ursachen für die orthostatische Intoleranz vorliegen können, was für d
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