In dieser retrospektiven Studie wurden 534 Patienten mit Myalgic Encephalomyelitis/Chronischem Fatigue‑Syndrom (ME/CFS) und 49 gesunde Kontrollpersonen während eines Kipptests (Aufrichten des Körpers) untersucht. Dabei wurden Herzfrequenz, Blutdruck, das Herzzeitvolumen (die Menge Blut, die das Herz pro Minute pumpt) und die Durchblutung des Gehirns (cerebraler Blutfluss, CBF) gemessen. Bei 91 % der ME/CFS‑Patienten zeigte sich trotz normaler Herzfrequenz‑ und Blutdruckreaktion ein deutlicher Abfall von Herzzeitvolumen und gleichzeitig von CBF. Der Zusammenhang war fast 1 : 1, das heißt: je stärker das Herzzeitvolumen sank, desto stärker sank auch die Gehirndurchblutung. Dies deutet darauf hin, dass die Blutgefäße im Gehirn nicht ausreichend erweitert (vasodilatieren) werden, was auf eine mögliche Endothelschädigung (Funktionsstörung der Gefäßinnenwand) hinweisen könnte. Nur 9 % der Patienten zeigten normale Werte, vergleichbar mit gesunden Personen. Die Studie erklärt damit einen möglichen Mechanismus für die häufige orthostatische Intoleranz (Schwindel, Schwäche beim Aufrichten) bei ME/CFS, liefert aber keine Therapieempfehlungen.
Datenquelle: Diese Zusammenfassung wurde automatisch aus der Originalveröffentlichung erstellt und kann Fehler enthalten. Maßgeblich ist allein die Originalstudie (DOI 10.3390/healthcare12242566).