In dieser qualitativen Studie wurden 544 ME/CFS‑Patient*innen (455 Frauen, 89 Männer, alle über 20 Jahre) schriftlich zu ihren Erfahrungen mit Ärzt*innen befragt. Ziel war, mögliche geschlechtsspezifische Unterschiede in der Arzt‑Patient‑Beziehung zu untersuchen. Die Auswertung zeigte, dass Frauen häufiger das Gefühl haben, nicht ernst genommen zu werden. Ärzt*innen ordneten ihnen eher Eigenschaften wie emotional, überempfindlich oder ängstlich zu und bezeichneten ihre Beschwerden als „unspezifisch“ oder „psychisch“. Frauen berichteten zudem, dass ihre Glaubwürdigkeit öfter infrage gestellt wurde und sie als „schwierige“ Patient*innen galten. Männer nannten diese Probleme seltener. Die Studie legt nahe, dass bei Krankheiten mit vagen, subjektiven Symptomen geschlechtsspezifische Vorurteile das Arzt‑Patient‑Verhältnis belasten können. Für die Ausbildung von Ärzt*innen wird mehr Sensibilität für Geschlechterrollen gefordert, bevor eine psychosomatische Diagnose gestellt wird. Die Untersuchung ist nicht klein, aber rein explorativ und liefert keine Therapieempfehlungen.
Datenquelle: Diese Zusammenfassung wurde automatisch aus der Originalveröffentlichung erstellt und kann Fehler enthalten. Maßgeblich ist allein die Originalstudie (DOI 10.1007/s11553-023-01098-5).