In dieser qualitativen Studie wurden 544 erwachsene Menschen mit der Diagnose ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue‑Syndrom) schriftlich zu ihren Erfahrungen beim Diagnosestellen befragt. Die Teilnehmenden berichteten, dass der Diagnoseprozess häufig problematisch ist: Viele Ärzt*innen erkennen die Krankheit nicht an, sehen sie nur als rein psychosomatisch, ignorieren das Wissen der Betroffenen und halten an veralteten, eindimensionalen Vorstellungen („Pigeonholing“) fest. Statt das Krankheitsbild als komplexes neuroimmunologisches Multisystemproblem zu begreifen, folgen sie standardisierten, nicht‑systemischen Vorgehensweisen. Diese Haltung beeinträchtigt das Vertrauensverhältnis zwischen Patient*innen und Ärzt*innen stark. Die Studie zeigt, dass aus Sicht der Betroffenen die Anerkennung von ME/CFS als echte, vielschichtige Erkrankung und ein offener, systemisch denkender Diagnoseansatz zentrale Voraussetzungen für eine gute Arzt‑Patient‑Beziehung sind. Es handelt sich um eine große, aber rein qualitative Erhebung, deren Ergebnisse nicht als Therapieempfehlungen gelten, sondern eher das Gesundheitssystem und die ärztliche Ausbildung kritisieren.
Datenquelle: Diese Zusammenfassung wurde automatisch aus der Originalveröffentlichung erstellt und kann Fehler enthalten. Maßgeblich ist allein die Originalstudie (DOI 10.1055/a-2197-6479).