In dieser Studie wurde geprüft, ob die gängige Faustregel zur Selbst‑Pacing‑Strategie bei ME/CFS – das Herzfrequenz‑Limit von 55 % der altersabhängig vorhergesagten maximalen Herzfrequenz – tatsächlich dem Herzfrequenz‑Punkt entspricht, an dem bei Belastung Laktat (Milchsäure) im Blut ansteigt (anaerobe Schwelle). Dafür wurden 90 erwachsene ME/CFS‑Patienten (30 Männer, 60 Frauen) einem symptombegrenzten Belastungstest (CPET) unterzogen, bei dem die echte Herzfrequenz an der Laktatschwelle gemessen wurde. Die ermittelten Werte wurden mit den durch verschiedene Formeln berechneten Vorhersagen verglichen. Die Abweichungen waren groß: bei Männern lag die Differenz zwischen –28 und +19 Schlägen pro Minute, bei Frauen zwischen +6 und +23 Schlägen pro Minute. Auch wenn manche Formeln im Mittel nur geringe Abweichungen zeigten, waren die Schwankungsbereiche (± 2 Standardabweichungen) zu breit, um verlässlich zu sein. Das bedeutet, dass die einfache 55‑%‑Regel die tatsächliche anaerobe Schwelle bei den meisten ME/CFS‑Patienten nicht genau vorhersagt und daher für das sichere Pacing nicht geeignet ist. Die Studie ist klein‑ bis mittelgroß und liefert erste empirische Daten, die die bisherige
Datenquelle: Diese Zusammenfassung wurde automatisch aus der Originalveröffentlichung erstellt und kann Fehler enthalten. Maßgeblich ist allein die Originalstudie (DOI 10.4236/ape.2020.102013.).