In dieser Studie wurden Blutproben von norwegischen Lymphom‑Überlebenden, die nach intensiver Therapie und Eigenstammzell‑Transplantation chronische Müdigkeit (CF) angaben, auf 20 Aminosäuren, deren Abbauprodukte und Vitamin‑B6‑Stoffwechsel untersucht. Nur die Konzentration von Tryptophan, einer Aminosäure, war bei müden Patienten signifikant niedriger als bei nicht‑müden. Zudem zeigte sich ein veränderter Kynurenin‑/Tryptophan‑Verhältnis (Kynureninweg ist ein Entzündungs‑ und Immun‑Signalweg) und ein erhöhter PAr‑Index (Maß für den Abbau von Vitamin B6). Diese Werte korrelierten mit bekannten Entzündungs‑Markern wie Neopterin, C‑reaktivem Protein und Interleukin‑6. Zusätzlich waren ein hoher Neurotizismus‑Score, Übergewicht und ein hoher PAr‑Index mit einem höheren Risiko für CF verbunden. Die Autoren schließen, dass eine leichte Immun‑ und Entzündungsaktivierung den chronischen Erschöpfungszustand bei Lymphom‑Überlebenden erklären könnte. Die Untersuchung ist auf eine spezielle Patientengruppe beschränkt und liefert vorläufige Hinweise, die nicht ohne Weiteres auf ME/CFS übertragbar sind.
Datenquelle: Diese Zusammenfassung wurde automatisch aus der Originalveröffentlichung erstellt und kann Fehler enthalten. Maßgeblich ist allein die Originalstudie (DOI 10.1371/journal.pone.0227384).