In dieser Studie wurden 150 ME/CFS‑Patient*innen und 37 gesunde Freiwillige einem Kipptisch‑Test (Tilt‑Table‑Test) unterzogen. Dabei misst man in Rückenlage und während des Neigens das Schlagvolumen‑Index (SVI, das Blutvolumen, das das Herz pro Schlag pro Quadratmeter Körperfläche pumpt) und den Herz‑Index (CI, das Herzzeitvolumen pro Quadratmeter). Alle Proband*innen zeigten normale Herz‑ und Blutdruckreaktionen, aber bei den Patient*innen sanken SVI und CI während des Neigens deutlich stärker als bei den Gesunden. Der Rückgang war bei leicht, mittelschwer und schwer erkrankten Patient*innen gleich groß, sodass die Schwere der Erkrankung keinen Unterschied machte. Die Autoren schließen daraus, dass die stärkere Abnahme des Herzzeitvolumens nicht durch mangelnde körperliche Belastbarkeit (De‑conditioning) erklärt werden kann, sondern eher mit reduziertem Blutvolumen oder Störungen des autonomen Nervensystems zusammenhängen könnte. Die Studie ist mittelgroß, liefert aber keine Therapieempfehlungen, sondern Hinweise auf mögliche physiologische Ursachen von Erschöpfung bei ME/CFS.
Datenquelle: Diese Zusammenfassung wurde automatisch aus der Originalveröffentlichung erstellt und kann Fehler enthalten. Maßgeblich ist allein die Originalstudie (DOI 10.29011/JTC-107.000007).