In dieser deutschen Studie wurde untersucht, ob das neu entdeckte Retrovirus XMRV mit chronischem Erschöpfungssyndrom (CFS) oder mit Multipler Sklerose (MS) zusammenhängt. Dafür wurden Blutproben von 39 CFS‑Patienten, 112 MS‑Patienten und 40 gesunden Spendern genommen. Die Forscher suchten nach XMRV‑Spezifischen Antikörpern (mit ELISA‑Tests) und nach viraler DNA (mit verschachtelter PCR). Alle Tests waren negativ – weder bei den Patienten noch bei den gesunden Kontrollen wurden Anzeichen einer XMRV‑Infektion gefunden. In Laborversuchen konnten sie jedoch zeigen, dass das Virus menschliche Blutkörperchen (PBMC) in vitro infizieren kann, wobei nur geringe Mengen an übertragbarem Virus entstanden. Das Ergebnis spricht gegen einen Zusammenhang zwischen XMRV und CFS bzw. MS in Deutschland, weist aber darauf hin, dass das Virus unter Laborbedingungen Zellen infizieren kann. Die Studie ist klein‑ bis mittelgroß und liefert keine Hinweise auf eine neue Therapie, sondern klärt eher einen früheren Verdacht auf.
Datenquelle: Diese Zusammenfassung wurde automatisch aus der Originalveröffentlichung erstellt und kann Fehler enthalten. Maßgeblich ist allein die Originalstudie (DOI 10.1371/journal.pone.0015632).