Dieser Diskussionsbeitrag stellt die verbreitete Annahme infrage, dass Herz- und Kreislaufveränderungen bei Long Covid und ME/CFS einfach durch 'Dekonditionierung' (also Fitnessverlust durch Schonung) erklärbar sind. Die Autoren betonen, dass Post-Exertional Malaise (PEM) – die verzögerte Verschlechterung nach Belastung – ein Kernsymptom beider Erkrankungen ist und bei etwa 80% der Long-Covid-Betroffenen auftritt. Sie zeigen anhand vorliegender Studien: Bei vielen Betroffenen finden sich Herzveränderungen wie Vernarbungen, Entzündungszeichen und eine gestörte Füllung des Herzens ('Preload failure'), die durch reine Bewegungsarmut nicht erklärbar sind. Zusätzlich werden Störungen der Mitochondrien (Zellkraftwerke) und der Gefäßinnenwände (Endothel) als mögliche Ursachen diskutiert, die zu schlechter Sauerstoffaufnahme im Gewebe führen könnten. Ob diese Veränderungen auch im Herzmuskel selbst vorliegen, ist noch unklar, da es keine geeigneten Tiermodelle und keine Herzbiopsien im Zeitverlauf gibt. Der Text ist eine Expertenmeinung, keine neue experimentelle Studie, und warnt ausdrücklich vor Belastungstherapien bei PEM, wie sie auch die WHO empfiehlt.
Datenquelle: Diese Zusammenfassung wurde automatisch aus der Originalveröffentlichung erstellt und kann Fehler enthalten. Maßgeblich ist allein die Originalstudie (DOI 10.1136/bjsports-2025-111387).