Eine frühere Studie (Fluge et al., 2016) hatte berichtet, dass Blutserum von ME/CFS-Betroffenen bei gesunden Muskelzellen (Myoblasten) im Labor die maximale Leistungsfähigkeit der Mitochondrien (die 'Kraftwerke' der Zellen) steigert – im Vergleich zu Serum gesunder Personen. Dies wurde als mögliche Erklärung für die Energieprobleme bei ME/CFS diskutiert. Die vorliegende Studie wollte dieses Ergebnis mit einer deutlich größeren und vorab genau geplanten Untersuchung überprüfen. Dafür wurde Serum von 67 ME/CFS-Betroffenen und 53 gesunden Kontrollpersonen auf gesunde Muskelzellen gegeben und deren Zellatmung mit über 1.700 Messungen (mittels eines Geräts namens Seahorse-Bioanalyzer) untersucht. Ergebnis: Es zeigte sich kein bedeutsamer Unterschied zwischen den beiden Gruppen bei der maximalen Atmungskapazität der Zellen. Die Studie liefert damit starke Hinweise dagegen, dass Blutfaktoren bei ME/CFS die Mitochondrien von gesunden Muskelzellen im Labor unterschiedlich beeinflussen. Die ursprüngliche Hypothese konnte somit nicht bestätigt werden. Die Studie ist gut angelegt und größer als viele frühere Arbeiten, was ihre Aussagekraft erhöht.
Datenquelle: Diese Zusammenfassung wurde automatisch aus der Originalveröffentlichung erstellt und kann Fehler enthalten. Maßgeblich ist allein die Originalstudie (DOI 10.1371/journal.pone.0341334).