Dieser Leserbrief kritisiert eine frühere Studie, die behauptete: Schwankungen bei wiederholten Handkraft-Messungen (Griffkraft-Tests) bei ME/CFS-Betroffenen seien ein Zeichen für gestörte Steuerung der Muskelkraft durch das Gehirn, nicht für absichtliche Schonung. Die Kritiker bemängeln die verwendete statistische Kennzahl (Variationskoeffizient), die laut früherer Forschung ungeeignet ist, um echte von unvollständiger Kraftanstrengung zu unterscheiden - besonders bei schwächeren oder ermüdeten Personen. Zudem sei die gemessene Schwankung wahrscheinlich einfach durch normale Ermüdung bei schnell wiederholten Kraftmessungen erklärbar, was bei ME/CFS-Betroffenen ohnehin stärker ausgeprägt ist. Auch das Ausschließen von Teilnehmenden mit starkem Kraftabfall könnte die Ergebnisse verzerrt haben, da so gerade schwerer Betroffene aus der Analyse fielen. Die Autoren konnten zudem die ursprünglich berichteten Teilnehmerzahlen anhand der veröffentlichten Daten nicht nachvollziehen. Insgesamt argumentieren sie, dass die ursprüngliche Studie methodisch fragwürdig ist und ihre Schlussfolgerungen über gestörte Muskelsteuerung bei ME/CFS nicht ausreichend belegt sind.
Datenquelle: Diese Zusammenfassung wurde automatisch aus der Originalveröffentlichung erstellt und kann Fehler enthalten. Maßgeblich ist allein die Originalstudie (DOI 10.1111/ene.70511).