In diesem Übersichtsartikel wird untersucht, ob alte genetische Varianten des menschlichen Leukozyten‑Antigens Klasse II (HLA‑II), genauer die Haplotypen DR2‑DQ6, DR4‑DQ8 und DR3‑DQ2, das Risiko für Autoimmunerkrankungen erhöhen. Diese Haplotypen wurden in Zeiten mit vielen Infektionen ausgewählt, weil sie starke T‑Zell‑Antworten gegen Erreger auslösen konnten. Die Autoren vermuten, dass dieselbe „antigenische Promiskuität“ – also die Fähigkeit, viele verschiedene Fremdstoffe zu erkennen – heute zu einer übermäßigen Immunreaktion führen kann. Solche überaktiven Immunantworten produzieren entzündungsfördernde Botenstoffe wie Interferon‑γ und könnten die körpereigene Toleranz zerstören, was Autoimmunität begünstigt. Als mögliche Folgen nennen sie Long‑COVID, Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue‑Syndrom (ME/CFS) und seltene Impf‑Reaktionen, wobei die Belege dafür noch sehr begrenzt sind. Der Artikel diskutiert zudem, wie chronische Infektionen, Immuntherapien, Impfungen, Übergewicht und dauerhafter körperlicher Stress die Anfälligkeit verstärken könnten und ob das Testen der HLA‑II‑Genetik in der Klinik nützlich sein könnte. Es handelt sich um eine theoretische Übersicht,
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