In dieser retrospektiven Querschnittsstudie wurden 305 Patienten, die wegen Sehstörungen an einer spezialisierten neuroimmunologischen Klinik in Deutschland vorgestellt wurden, analysiert. Der Fokus lag auf 112 Personen mit Multipler Sklerose (MS) und 36 Patienten mit ähnlichen Erkrankungen (Neuromyelitis‑optica‑Spektrum‑Störungen bzw. MOG‑assoziierte Erkrankungen). Es wurde untersucht, wie häufig spezifische Augen‑ und Seh‑Diagnostik – optische Kohärenztomographie (OCT, ein bildgebendes Verfahren zur Messung der Netzhaut) und visuell evozierte Potentiale (VEP, Messung der elektrischen Reaktion des Gehirns auf Lichtreize) – bereits vor der Überweisung zum Neurolog*innen‑Spezialisten eingesetzt wurde. Nur 6,2 % der MS‑Patient*innen erhielten eine OCT und 33 % ein VEP, während unspezifischere Untersuchungen wie eine Hirn‑MRT (58 %) oder eine Lumbalpunktion (42 %) deutlich häufiger durchgeführt wurden. Diese Unterschiede konnten nicht durch Alter, Geschlecht oder andere demografische Merkmale erklärt werden. Die Ergebnisse zeigen, dass spezifische neurovisuelle Tests bei MS‑Patient*innen mit Sehstörungen selten genutzt werden, obwohl die neuen McDonald‑Kriterien 2024 den Sehnerv als w
Datenquelle: Diese Zusammenfassung wurde automatisch aus der Originalveröffentlichung erstellt und kann Fehler enthalten. Maßgeblich ist allein die Originalstudie (DOI 10.1177/20552173251397772).