Diese Studie untersuchte die Darmbakterien von ME/CFS-Betroffenen und deren Fähigkeit, den Botenstoff Tryptophan (eine Aminosäure aus der Nahrung) zu verarbeiten. Bestimmte Abbauprodukte von Tryptophan aktivieren einen Zellrezeptor namens AHR (Aryl-Hydrocarbon-Rezeptor), der Entzündungs- und andere Körperprozesse steuert. Die Forscher fanden bei ME/CFS-Betroffenen eine geringere Vielfalt an Darmbakterien und eine veränderte Zusammensetzung des Mikrobioms. Im Stuhl waren neun Tryptophan-Abbauprodukte erhöht, darunter drei Stoffe, die den AHR aktivieren können. Insgesamt unterschied sich die AHR-Aktivierung durch Stuhlproben zwischen ME/CFS-Betroffenen und gesunden Kontrollpersonen nicht. Allerdings war die Aktivität bei Personen mit Denk- und Konzentrationsproblemen (unabhängig von der Grunderkrankung) erhöht. Die Studie deutet darauf hin, dass Veränderungen im Darmmikrobiom und im Tryptophan-Stoffwechsel möglicherweise mit neurokognitiven Symptomen bei ME/CFS und anderen Erkrankungen zusammenhängen könnten. Es handelt sich um eine vorläufige Untersuchung mit begrenzter Aussagekraft, die weitere Forschung erfordert, bevor daraus Behandlungsansätze abgeleitet werden können.
Datenquelle: Diese Zusammenfassung wurde automatisch aus der Originalveröffentlichung erstellt und kann Fehler enthalten. Maßgeblich ist allein die Originalstudie (DOI 10.1002/mbo3.70333).