Dieser Fallbericht beschreibt eine 49-jährige Frau mit 29 Jahren therapieresistentem ME/CFS. Sie trägt eine seltene Genvariante (rs5522) des Mineralocorticoid-Rezeptors – dieser Rezeptor reagiert auf Stresshormone wie Cortisol und Aldosteron und beeinflusst Salz- und Wasserhaushalt sowie Stressreaktionen. Bei ihr macht diese Variante den Rezeptor überaktiv. Sie erhielt das Medikament Spironolacton, das diesen Rezeptor blockiert. Innerhalb von 48 Stunden schlief sie erstmals seit 29 Jahren erholsam, nach 3 Tagen verschwand die Post-Belastungs-Malaise (Verschlechterung nach Anstrengung) komplett. Bei höherer Dosis (bis 200mg täglich) kam es jedoch zu starker Wassereinlagerung, weil der Körper mit extrem erhöhten Hormonwerten (Aldosteron und Renin) gegensteuerte. Das Medikament musste abgesetzt werden, danach verschwand auch die Besserung wieder. Die Autoren vermuten, dass eine Überaktivität dieses Rezeptors bei ME/CFS eine Rolle spielen könnte, und dass niedrigere Dosierungen kombiniert mit entzündungshemmenden Mitteln ein möglicher Weg sein könnten – dies ist aber reine Spekulation. Es handelt sich um die Beobachtung einer einzigen Patientin, keine Studie mit mehreren Teilnehmenden.
Datenquelle: Diese Zusammenfassung wurde automatisch aus der Originalveröffentlichung erstellt und kann Fehler enthalten. Maßgeblich ist allein die Originalstudie (DOI 10.22541/au.177575359.98473031/v1).