Behandlungsmoeglichkeiten bei ME/CFS - Stand der Forschung
Ausgewertet: 300 Studien mit
527 Einzelbefunden · Stand
12.08.2026
Wichtig vorab: Bei mittelschwerer bis schwerer ME/CFS ist die Belastungsgrenze die entscheidende Größe. Wird sie überschritten, folgt die Post-Exertionelle Malaise - eine Verschlechterung, die Tage bis Wochen anhalten kann. Ältere Studien in dieser Sammlung empfehlen ansteigendes körperliches Training. Die britische Leitlinienbehörde NICE hat diese Empfehlung 2021 zurückgezogen, weil sie Betroffenen schaden kann. Diese Auswertung zählt Studien und kann eine zurückgezogene Leitlinie nicht erkennen - lesen Sie die Trainings-Einträge bitte mit diesem Wissen.
Diese Übersicht fasst den Stand der Forschung zusammen. Sie ist keine ärztliche Beratung und keine Behandlungsempfehlung. Ob eine Behandlung im Einzelfall sinnvoll ist, kann nur eine Ärztin oder ein Arzt beurteilen. Die Texte wurden automatisch erstellt und können Fehler enthalten - maßgeblich sind die verlinkten Originalstudien.
Einordnung
Der Forschungsstand legt nahe, mit Pacing zu beginnen, also dem bewussten Einteilen der eigenen Energie, um die individuelle Belastungsgrenze nicht zu überschreiten. Dazu liegen mit zwölf Studien am Menschen und keinen negativen Befunden die dicksten Daten unter den belastungsgrenzen-schonenden Ansätzen vor. Ergänzend gibt es zu adaptivem Pacing, also angepasstem Aktivitätsmanagement, zwei Studien ohne negative Befunde – hier ist die Datenlage dünner. Weitere Ansätze wie Probiotika (fünf Studien), Akupunktur (vier Studien) oder Elektroakupunktur mit Stimulation des Nervus vagus (eine Studie) zeigen erste positive Hinweise, die Datenbasis ist hier aber noch schmal.
Zu körperlichem Training, Bewegungstherapie und ansteigender Aktivität liegen zwar die meisten Studien vor, teils mit vielen Wiederholungen. Diese Empfehlung wurde jedoch von der britischen Leitlinienbehörde NICE 2021 zurückgezogen, weil ansteigendes Training bei mittelschwerer bis schwerer ME/CFS eine post-exertionelle Malaise auslösen und so schaden kann. Der Forschungsstand legt daher nahe, diese hohe Studienzahl nicht mit besonderer Wirksamkeit zu verwechseln.
Ausdrücklich unwirksam oder mit Schadenshinweis zeigten sich in den Daten unter anderem unbetreute Heimübungsprogramme, Kortison-Präparate, Vitamin E, Vitamine und Mineralstoffe allgemein, Ondansetron, Anakinra, Nirmatrelvir/Ritonavir, Crossflow-Membran-Plasmapherese sowie reine Psychoedukation ohne weitere Unterstützung.
Für viele weitere Substanzen, etwa Saxagliptin oder verschiedene pflanzliche Präparate, existieren bislang nur Labor- oder Tierdaten, keine Studien am Menschen. Eine Heilung oder eine zugelassene, ursächliche Behandlung von ME/CFS ist aus diesen Daten nicht ableitbar.
Jede Behandlung gehört ärztlich begleitet, und bei mittelschwerer bis schwerer Erkrankung kann bereits die Belastung durch Untersuchungen selbst zu einer Verschlechterung führen, was bei der Planung von Terminen und Diagnostik berücksichtigt werden sollte.
Bereits gut erforschte Ansätze
Körperliches Training (Bewegungstherapie, z. B. Gehen, Schwimmen, Radfahren)(7 Studie(n), davon 7 am Menschen) – Zu körperlichem Training bei ME/CFS liegen 7 Studien vor, alle am Menschen, darunter mehrere Cochrane-Reviews mit insgesamt bis zu 1518 Teilnehmenden sowie ein systematischer Review mit 1305 Teilnehmenden. Die Befunde deuten kurzfristig auf eine mittlere Reduktion von Erschöpfung sowie leichte Verbesserungen bei körperlicher Leistungsfähigkeit, Schlaf und teilweise Depression hin, verglichen mit passiven Kontrollen oder Adaptive Pacing. Im Vergleich zu kognitiver Verhaltenstherapie zeigten sich kaum Unterschiede. Langfristige Effekte bleiben unsicher. Negative Befunde wurden in den vorliegenden Daten nicht berichtet. Als Einschränkungen gelten: wenige, teils kleine Studien mit hohem Verzerrungsrisiko, fehlende Verblindung, niedrige bis moderate Evidenzqualität, heterogene Interventionen sowie unklare Sicherheit und schwache Langzeitdaten. Insgesamt beschreibt dies den aktuellen Forschungsstand, ohne Aussage über Wirksamkeit im Einzelfall.
Kognitive Verhaltenstherapie (CBT)(12 Studie(n), davon 12 am Menschen) – Kognitive Verhaltenstherapie (CBT) bei ME/CFS wurde in 12 Studien untersucht, alle am Menschen, und gilt als erforscht. Zwei Cochrane-Reviews sowie ein systematischer Review mit insgesamt über 3300 Teilnehmenden fanden im Vergleich zu Bewegungstherapie beziehungsweise über alle KVT-Varianten hinweg keinen statistisch signifikanten Nutzen bei Müdigkeit, körperlicher Funktion, Depression oder Angst. Eine kleine RCT mit 96 Teilnehmenden zeigte ähnliche Verbesserungen wie eine Qigong-Vergleichsgruppe, ohne signifikanten Unterschied. Eine themenübergreifende Übersichtsarbeit berichtete positive Effekte auf Müdigkeit bei verschiedenen Erkrankungen, jedoch ohne standardisierte Messungen oder Angaben zu Studiendesign und Effektstärken. Insgesamt wird die Wirkung von manchen Autoren nur als unterstützend, nicht heilend beschrieben. Als Einschränkungen gelten hohe Heterogenität zwischen Studien, teils unvollständige Daten, fehlende Teilnehmerzahlen in einzelnen Vergleichen sowie das Fehlen biologischer Marker in Übersichtsarbeiten.
Körperliches Trainingsprogramm (z. B. Gehen, Schwimmen, Radfahren)(2 Studie(n), davon 2 am Menschen) – Zum körperlichen Trainingsprogramm (z. B. Gehen, Schwimmen, Radfahren) liegen zwei Studien vor, beide am Menschen durchgeführt, zusammengefasst in einem Cochrane-Review mit insgesamt 1518 Teilnehmenden. In sieben von acht ausgewerteten Einzelstudien zeigten sich im Vergleich zu passiven Kontrollen (übliche Behandlung, Entspannung) Verbesserungen bei Erschöpfung, Schlaf, körperlicher Leistungsfähigkeit und subjektivem Gesundheitsgefühl; die Evidenz für eine Reduktion der Müdigkeit wird als moderat eingestuft. Negative Befunde werden in den vorliegenden Daten nicht berichtet. Allerdings bestehen deutliche Einschränkungen: Die Datenlage zu schweren Nebenwirkungen gilt als zu dünn für belastbare Aussagen, die eingeschlossenen Studien sind untereinander heterogen, und die Autoren betonen, dass die insgesamt moderate Evidenz nicht für eindeutige Therapieempfehlungen ausreicht. Weitere, größer angelegte Studien werden als notwendig beschrieben, um den Forschungsstand zu festigen.
Moxibustion(3 Studie(n), davon 3 am Menschen) – Zu Moxibustion liegen 3 Studien vor, alle am Menschen durchgeführt. Ein systematischer Review mit 4028 Teilnehmenden fand eine Verbesserung depressiver Symptome, ein weiterer systematischer Review beschrieb die stärkste Verbesserung allgemeiner Erschöpfung im Vergleich zur Standardbehandlung. Eine dritte Arbeit, ein Fallbericht bzw. eine Übersicht, schildert lediglich die historische und theoretische Anwendung ohne konkrete Wirkdaten. Negative Befunde wurden in keiner der Arbeiten berichtet. Allerdings bestehen erhebliche Einschränkungen: Die Ergebnisse beruhen auf kleinen und heterogenen Einzelstudien mit methodischen Schwächen, gelten als vorläufig und bedürfen weiterer Bestätigung. Zudem liefert der dritte Bericht keine belastbaren klinischen Daten, sondern nur traditionelle Beschreibungen. Insgesamt handelt es sich um einen frühen, noch unsicheren Forschungsstand zu Moxibustion im Kontext von ME/CFS-relevanten Symptomen wie Erschöpfung und depressiven Beschwerden.
Pacing (bewusstes Energie-Einteilen zur Vermeidung von Verschlechterung)(12 Studie(n), davon 12 am Menschen) – Zu Pacing als Strategie im Umgang mit ME/CFS liegen 12 Studien vor, alle am Menschen durchgeführt, keine davon mit negativen Befunden. Die Evidenz stammt überwiegend aus Übersichtsarbeiten und Meinungsbeiträgen ohne eigene quantitative Daten; nur ein systematischer Review mit 2280 Teilnehmenden liefert konkrete Zahlen. Dieser fand häufiger berichtete Symptomverbesserungen als bei Graded Exercise Therapy (GET), jedoch etwas schwächere Werte bei Erschöpfung, Schmerzen und körperlicher Funktion im Vergleich zu GET. Mehrere Übersichtsarbeiten und internationale Leitlinien nennen Pacing als zentrale Strategie zur Vermeidung von Post-Exertioneller Malaise (PEM), liefern dazu aber keine eigenen Wirksamkeitszahlen. Als Einschränkungen werden unterschiedliche Studienqualität, teils ältere und umstrittene Datensätze sowie das Fehlen experimenteller Nachweise in den meisten Arbeiten genannt; die Empfehlungen basieren häufig auf Konsens statt auf belegter Studienlage. Insgesamt wird der Forschungsstand als vielversprechend, aber noch begrenzt eingestuft.
adaptive pacing (angepasstes Aktivitätsmanagement)(2 Studie(n), davon 2 am Menschen) – Zum angepassten Aktivitätsmanagement (adaptive pacing) liegen zwei Studien am Menschen vor, beide im Rahmen eines Cochrane-Reviews mit insgesamt bis zu 1518 Teilnehmenden. Die Datenlage wird als vielversprechend eingestuft, wobei die Befunde gemischt ausfallen: Im Vergleich zu Trainingstherapie zeigten sich bei Erschöpfung, Funktion, Depression und Schlaf schlechtere Ergebnisse für adaptive pacing, allerdings nur mit schwacher Evidenz. Eine weitere Auswertung deutete ebenfalls auf Vorteile von Bewegungstherapie gegenüber adaptive pacing hin, basierend jedoch auf wenigen Daten. Insgesamt ist die Evidenzlage schwach, sodass keine eigenständige Bewertung der Wirksamkeit möglich ist. Beide Einzelbefunde weisen ausdrücklich auf diese Einschränkung hin. Es handelt sich somit um einen vorläufigen Forschungsstand mit begrenzter Aussagekraft, nicht um einen gesicherten Wirksamkeitsnachweis.
Probiotika(5 Studie(n), davon 5 am Menschen) – Probiotika gelten bei ME/CFS als vielversprechend, basierend auf 5 Studien, alle am Menschen durchgeführt. Negative Befunde wurden keine berichtet. Ein systematischer Review mit 762 Teilnehmenden fand Hinweise auf Veränderungen der Gehirnaktivität in Ruhezustands-Netzwerken, verringerte Reaktionen auf negative Reize und verbesserte Schlafqualität, allerdings ohne direkten Bezug zu ME/CFS und bei heterogenen Gruppen. Weitere Übersichtsarbeiten berichten uneinheitliche oder fehlende Effekte auf Darmbakterien, teils ohne konkrete Wirkungsangaben. Ein Einzelfallbericht beschreibt eine zeitliche Koinzidenz von Probiotika-Einnahme mit geringerer Erschöpfung und Darmdurchlässigkeit, jedoch ohne gesicherten Kausalzusammenhang. Insgesamt ist die Studienlage klein, methodisch schwach und uneinheitlich; es fehlen große, langfristige Untersuchungen speziell bei ME/CFS. Der Text beschreibt ausschließlich den aktuellen Forschungsstand, keine Behandlungsempfehlung.
Bewegungstraining(2 Studie(n), davon 2 am Menschen) – Zum Bewegungstraining liegen 2 Studien vor, beide am Menschen durchgeführt, keine davon berichtet negative Befunde. Eine Metaanalyse mit 1944 Teilnehmenden zeigt Verbesserungen bei Erschöpfung, Schlafqualität, Lebensqualität und Depression, jedoch keinen signifikanten Effekt auf Herz-Lungen-Funktion und funktionelle Leistungsfähigkeit. Als Einschränkung wird die Heterogenität der eingeschlossenen Studien genannt sowie die Notwendigkeit, individuelle Energiegrenzen zu respektieren, um Schäden zu vermeiden. Eine weitere Übersichtsarbeit verweist auf 16 kontrollierte Studien zu Long-Covid – mehr als bei allen anderen untersuchten Maßnahmen –, stuft die Evidenzqualität dabei aber überwiegend als niedrig bis sehr niedrig ein. Insgesamt reicht die vorhandene Evidenz laut dieser Übersicht nicht für eine konkrete Empfehlung aus, die Studienqualität wird durchgehend als eingeschränkt beschrieben.
Betreutes, individuell angepasstes körperliches Training (Lungensport-Therapie/Pulmonary Rehabilitation)(1 Studie(n), davon 1 am Menschen) – Zu betreutem, individuell angepasstem körperlichem Training (Lungensport-Therapie/Pulmonary Rehabilitation) liegt bislang eine Studie vor, eine Metaanalyse mit 803 Teilnehmenden, durchgeführt am Menschen. Sie zeigt Verbesserungen der körperlichen Belastbarkeit, etwa der Gehstrecke im 6-Minuten-Gehtest, sowie der Lebensqualität und eine Verringerung von Atemnot bei Anstrengung. Hinweise auf Verbesserungen bei Fatigue deuteten sich an, wurden aber uneinheitlich gemessen. Negative Befunde wurden in dieser Studie nicht berichtet. Wichtige Einschränkung: Die Daten stammen aus Long-COVID-Forschung, nicht direkt von Menschen mit ME/CFS. Zudem besteht bei Belastungsintoleranz und PEM grundsätzlich das Risiko einer Symptomverschlechterung durch körperliches Training, weshalb sorgfältige Vorabprüfung und Überwachung als notwendig beschrieben werden. Die heterogenen Messmethoden für Fatigue und die unberechenbaren Krankheitsverläufe bei ME/CFS erfordern zusätzliche Vorsicht bei der Einordnung dieser Ergebnisse.
Akupunktur (echte)(4 Studie(n), davon 4 am Menschen) – Zur Akupunktur (echte) bei ME/CFS liegen insgesamt 4 Studien vor, alle am Menschen durchgeführt. Ein systematischer Review mit 715 Teilnehmenden zeigt Hinweise auf Verbesserungen bei allgemeiner Erschöpfung sowie körperlicher und geistiger Müdigkeit und eine höhere Ansprechrate im Vergleich zu Kontrollgruppen, bei ähnlicher Häufigkeit unerwünschter Nebenwirkungen. Allerdings bestehen erhebliche Einschränkungen: hohe Heterogenität der Ergebnisse, mittelmäßige bis fragwürdige Studienqualität und kleine Stichproben, weshalb die Ergebnisse als vorläufig gelten. Ein Übersichtsartikel beschreibt mögliche theoretische Wirkmechanismen, ohne konkrete Daten zu liefern, und bezeichnet die Evidenzlage selbst als unzureichend. Zwei weitere Arbeiten sind Studienprotokolle (eine mit 159 Teilnehmenden) ohne bisherige Ergebnisse. Negative Befunde wurden nicht berichtet. Insgesamt handelt es sich um einen noch vorläufigen Forschungsstand mit begrenzter Aussagekraft.
Kombiniertes Training (Ausdauer- und Krafttraining kombiniert)(1 Studie(n), davon 1 am Menschen) – Zu kombiniertem Training (Ausdauer- und Krafttraining kombiniert) liegt bislang eine Studie am Menschen vor: ein systematischer Review mit 4200 Teilnehmenden. Darin zeigte sich diese Trainingsform im Vergleich zu anderen Trainingsarten am wirksamsten für körperliche Leistungsfähigkeit (gemessen im Gehtest) und für Depression. Negative Befunde wurden in dieser Studie nicht berichtet. Allerdings bestehen wichtige Einschränkungen: ME/CFS und Fibromyalgie wurden in der Auswertung nicht getrennt betrachtet, sodass die Ergebnisse möglicherweise stärker durch Fibromyalgie-Studien geprägt sind. Die Autoren weisen zudem darauf hin, dass Belastung bei ME/CFS zu einer Verschlechterung durch Post-Exertional Malaise führen kann, was in der gemeinsamen Auswertung nicht gesondert berücksichtigt wurde. Die Autoren selbst formulieren daher keine gesicherten Empfehlungen. Insgesamt handelt es sich um eine sehr vorläufige Datenlage mit nur einer verfügbaren Studie.
Ausdauertraining(1 Studie(n), davon 1 am Menschen) – Zu Ausdauertraining liegt bislang eine Studie vor, ein systematischer Review mit Daten von 4200 Teilnehmenden, durchgeführt am Menschen. Diese Auswertung deutet darauf hin, dass Ausdauertraining im Vergleich zu anderen Trainingsformen am wirksamsten zur Reduktion von Angst gewesen sein könnte. Negative Befunde werden in dieser Studie nicht berichtet. Allerdings bestehen wichtige Einschränkungen: ME/CFS und Fibromyalgie wurden in der Auswertung gemeinsam betrachtet, ohne die Ergebnisse für beide Erkrankungen getrennt darzustellen. Dadurch ist unklar, ob und wie sich die Befunde tatsächlich auf ME/CFS übertragen lassen – insbesondere, weil bei ME/CFS die Möglichkeit von Post-Exertional Malaise, also einer Verschlechterung der Symptome nach Belastung, eine besondere Rolle spielt und in der Studie nicht gesondert berücksichtigt wurde. Insgesamt handelt es sich um einen vorläufigen Forschungsstand auf Basis einzelner Auswertungen, nicht um gesicherte, ME/CFS-spezifische Erkenntnisse.
Hochintensives Intervalltraining(1 Studie(n), davon 1 am Menschen) – Zum hochintensiven Intervalltraining liegt bislang eine Studie vor, ein systematischer Review mit Daten von 4.200 menschlichen Teilnehmenden. Darin schnitt diese Trainingsform im Vergleich zu anderen Bewegungsformen am wirksamsten hinsichtlich der Lebensqualität ab. Negative Befunde wurden in dieser Auswertung nicht berichtet. Allerdings bestehen wichtige Einschränkungen: Die zugrunde liegende Studie unterschied nicht zwischen verschiedenen Erkrankungen, sodass unklar ist, inwieweit die Ergebnisse spezifisch für ME/CFS gelten. Zudem wird hochintensive körperliche Belastung bei ME/CFS als besonders riskant diskutiert, da sie eine Post-Exertionelle Malaise (PEM) auslösen kann – eine typische Verschlechterung der Symptome nach Anstrengung. Aus diesen Gründen lässt sich aus der aktuellen Datenlage keine gesicherte Aussage zur Wirksamkeit oder Sicherheit dieser Methode bei ME/CFS ableiten; die Einstufung als „vielversprechend“ beruht auf einer einzigen, methodisch eingeschränkten Studie.
Wassertraining (Wassergymnastik)(1 Studie(n), davon 1 am Menschen) – Zu Wassertraining (Wassergymnastik) liegt bislang eine Studie vor, ein systematischer Review, der Daten von 4200 Menschen zusammenfasst. Negative Befunde wurden nicht berichtet. Im Vergleich zu anderen Trainingsformen zeigte sich Wassertraining demnach am wirksamsten zur Schmerzreduktion. Allerdings ist die Aussagekraft eingeschränkt: In der ausgewerteten Studie wurden ME/CFS und Fibromyalgie nicht getrennt betrachtet, sodass die berichteten Effekte möglicherweise vor allem auf Fibromyalgie-Teilnehmende zurückgehen und nicht eindeutig auf ME/CFS übertragbar sind. Insgesamt handelt es sich um eine einzelne Übersichtsarbeit ohne spezifische Auswertung für ME/CFS, weshalb der aktuelle Forschungsstand als vorläufig einzustufen ist.
Krafttraining(2 Studie(n), davon 2 am Menschen) – Zu Krafttraining bei ME/CFS liegen 2 Studien vor, beide an Menschen. Negative Befunde wurden keine berichtet, die Einstufung lautet „vielversprechend“. Ein systematischer Review mit 4200 Teilnehmenden untersuchte Krafttraining im Vergleich zu anderen Trainingsformen, nannte aber keine eigene führende Wirkung – kombiniertes Training schnitt dabei besser ab. Einschränkend ist hier, dass die Analyse ME/CFS und eine weitere Erkrankung gemeinsam betrachtete und die Autoren trotz Hinweisen, dass die Trainingsart wichtiger sei als Dauer oder Häufigkeit, keine gesicherten Empfehlungen für ME/CFS ableiten konnten. Eine zweite Studie mit unbekanntem Studientyp und nicht angegebener Teilnehmerzahl fand kleine Verbesserungen der Müdigkeit, die die als klinisch bedeutsam geltende Mindestdifferenz jedoch nicht sicher überschritten. Als Einschränkungen werden hier eine schwache Beweislage, eine geringe Studienzahl und niedrige methodische Qualität genannt. Insgesamt ist die Forschungslage vorläufig und lückenhaft.
Synbiotika/Probiotika zur Beeinflussung des Darmmikrobioms(1 Studie(n), davon 1 am Menschen) – **Synbiotika/Probiotika zur Beeinflussung des Darmmikrobioms**
Zu diesem Ansatz liegt bislang eine Studie vor, ein systematischer Review mit insgesamt 790 menschlichen Teilnehmenden. Darin zeigten manche Ansätze zur Beeinflussung der Darmflora Verbesserungen bei Erschöpfungssymptomen. Negative Befunde wurden nicht berichtet. Allerdings weist die Datenlage deutliche Einschränkungen auf: Es handelt sich um kleine, sehr unterschiedliche Einzelstudien, die im Review zu einer zusammengefassten Auswertung mehrerer heterogener Interventionen zusammengeführt wurden. Konkrete Einzelergebnisse zu bestimmten Präparaten, Dosierungen oder Anwendungsdauern werden dabei nicht genannt, sodass sich der tatsächliche Effekt einzelner Produkte kaum abschätzen lässt. Insgesamt handelt es sich um eine noch sehr schmale Evidenzbasis, die als vielversprechend, aber keineswegs als abschließend gesichert einzustufen ist. Weitere, methodisch einheitlichere Untersuchungen wären nötig, um belastbarere Aussagen zu ermöglichen.