Ausgewertet: 72 Studien mit
117 Einzelbefunden · Stand
12.08.2026
Es gibt derzeit keine Heilung und keine zugelassene ursächliche Behandlung. Wer eine verspricht, verkauft etwas. Dieser Pfad ersetzt keine ärztliche Behandlung; jeder Schritt gehört ärztlich begleitet. Bei mittelschwerer bis schwerer Erkrankung ist die Belastungsgrenze entscheidend. Ansteigendes körperliches Training wird nicht mehr empfohlen; NICE hat diese Empfehlung 2021 zurückgezogen, weil sie schaden kann.
Dieser Pfad ordnet den Forschungsstand in vier Stufen: was heute gesichert ist, was sich an Begleitbeschwerden mitbehandeln laesst, was gerade erforscht wird, und was sich nicht bewaehrt hat. Er ist keine aerztliche Beratung und keine Heilungszusage.
Einordnung
Der Forschungsstand zeigt Pacing, also die bewusste Einteilung der eigenen Kräfte innerhalb der individuellen Belastungsgrenze, als Grundlage der Krankheitsbewältigung: 27 Studien am Menschen liegen vor, keine davon mit negativem Befund. Bei mittelschwerer bis schwerer Erkrankung ist die Belastungsgrenze entscheidend, jeder weitere Schritt gehört ärztlich begleitet.
Für Begleitbeschwerden gibt es Behandlungsansätze, die einzelne Symptome lindern können, die Grunderkrankung selbst aber nicht heilen. Bei Kreislauf- und orthostatischen Beschwerden liegen unter anderem zu Pyridostigmin drei Studien am Menschen ohne negativen Befund vor, zu Ivabradin, Midodrin sowie zu Kompressionsstrümpfen jeweils eine Studie ohne negativen Befund; zu Betablockern liegen zwei Studien vor, davon eine mit negativem Befund. Beim Schlaf existieren zu multimodalen Ansätzen, symptomlindernden Maßnahmen und festen Tagesrhythmen jeweils eine Studie ohne negativen Befund. Bei Schmerzen zeigen einzelne Studien zu Medikamenten wie Pregabalin oder Gabapentin sowie zu operativen Verfahren jeweils eine Studie ohne negativen Befund, während eine klassische multimodale Schmerztherapie mit aktivierenden Gruppenübungen in einer Studie einen negativen Befund aufweist. Die Datenlage ist hier insgesamt dünn, meist nur eine Studie je Ansatz.
Als Ausblick, nicht als Wirknachweis, wird derzeit Weiteres erprobt: Low-Dose Naltrexone mit 7 Studien und 3 laufenden Studien, Immunadsorption mit 5 Studien und 4 laufenden Studien, hyperbare Sauerstofftherapie mit 5 Studien und 2 laufenden Studien, außerdem Probiotika, Akupunktur, Bewegungstraining, Krafttraining, Qigong und niedrig dosiertes Rapamycin mit jeweils wenigen Studien. Diese Ansätze gelten als noch nicht ausreichend belegt.
Als unwirksam oder schädlich hat sich insbesondere ansteigendes körperliches Training gezeigt: Graded Exercise Therapy zeigte in 3 Studien 3 negative Befunde, weitere gestufte Bewegungsprogramme ebenfalls negative Befunde. NICE hat die Empfehlung dazu 2021 zurückgezogen, weil sie schaden kann. Auch Crossflow-Membran-Plasmapherese, Nirmatrelvir/Ritonavir, Kortison-Präparate, unbetreute Heimübungsprogramme, reine Psychoedukation, Ondansetron und Vitamin E zeigten jeweils in einer Studie einen negativen Befund. Eine Heilung oder zugelassene ursächliche Behandlung existiert derzeit nicht.
Pacing (Kräfteeinteilung) heißt, die eigene Belastungsgrenze zu kennen und einzuhalten, um eine Post-Exertionelle Malaise (PEM) zu vermeiden - eine Verschlechterung nach Überlastung, die Tage bis Wochen anhalten kann. Das ist keine Heilung, aber die am besten belegte Grundlage, bevor irgendetwas anderes in Betracht kommt.